JRK bindet Gestecke für Vergessene
Mit sichtbarer Hingabe legten sich die Sieben- bis 14-jährigen Mitglieder des Jugendrotkreuzes ins Zeug. "Guck mal Mama, was ich alles reingepackt habe", zeigt Liyan seiner Mama Demet sein erstes Gesteck. Auch Mariella und Mama Nadine hatten große Freude und schafften einiges an Tannenzweige weg.
Johann war sich sicher, dass er das jeden Tag machen könnte. Er gehe ab nun mit Papa in den Wald und werde solche Zweige sammeln, erklärte der Rohrdorfer. Die Kinder hatten große Freude und erhielten tatkräftige Unterstützung von Tanja Ellinger-Guis von der Kunstwerkstatt Weitingen.
Die Weitinger Ortsvorsteherin hatte gleich zugesagt, als die Idee aufkam. Als Expertin stellte sie das Material zusammen und brachte große Eigenleistung auf. Einige Privatpersonen spendeten noch Reisig und so konnten die Kinder 60 Gestecke binden.
Die Mission hinter all diesem Tun war ebenso schlicht wie berührend: einsamen oder kranken Menschen eine Freude bereiten und vergessene Gräber wieder mit Leben erfüllen. Orte der Stille wurden wieder zu Orten des Gedenkens. Menschen, die niemanden mehr an ihrer Seite haben, bekamen ein Zeichen der Nähe.
„Danke, liebe Tanja, für deine Unterstützung – und für dein großes Herz“, betonte das Jugendleiter-Team mit Alexandra Feinler und Mazen Aledilbi. So ein tolles Projekt konnte nur dank der großen Hilfe und dem Verzicht auf Entschädigung gestemmt werden. Das Sozialprojekt soll den Kindern zeigen, wie wichtig es ist, an andere zu denken. Mit dieser Aktion lebte das JRK wieder einmal die sieben Grundsätze (Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Universalität, Freiwilligkeit und Unabhängigkeit).
Diese Aktion darf gerne nachgeahmt werden. Sicher fallen jedem Menschen ein, die sich darüber freuen:
Vielleicht einer älteren Nachbarin. Vielleicht einem Freund. Vielleicht einem Menschen, der längst nicht mehr sagen kann, wie viel ihm diese kleine Aufmerksamkeit bedeutet.