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Haus- und Straßensammlung

Ehrenamtliche Helfer mit syrischen Wurzel tragen die Tage zusammen mit dem DRK Ortsverein Eutingen in der Gemeinde Info-Blätter und Altkleidersäcke im Zuge der Haus- und Straßensammlung aus.

Eutingen. Keine Hausierer, sondern ehrenamtliche Helfer mit syrischen Wurzel tragen die Tage zusammen mit dem DRK Ortsverein Eutingen in der Gemeinde Info-Blätter und Altkleidersäcke im Zuge der Haus- und Straßensammlung aus. "Wir helfen gerne, weil im Rotkreuz kein Unterschied gemacht wird, ob einer schwarz oder weiß, Moslem oder Christ, Deutscher oder Syrer ist. Allen wird geholfen. Das ist toll", freut sich einer der beiden Syrer Mazen Aledilbi. Er lebt seit November in der Gemeinde und ist froh, wenn er beim DRK mitmachen kann. "Ich lerne sehr viel und es macht Spaß", erklärt er halb auf Englisch, halb auf Deutsch. Sein Freund Mohammed Alsaqa lernt jeden Tag stundenlang Deutsch und hat sich daher schon einen für diese Zeit recht umfangreichen Wortschatz zusammengestellt. "Diese Hilfe ist wichtig. In Syrien gibt es so etwas nicht", verweist der 29-Jährige auf die Haus- und Straßensammlung.Bei dieser Kampagne werfen DRK-Mitglieder und –Helfer in jeden Briefkasten einen Info-Brief, einen Altkleidersack und einen Überweisungsträger zur Unterstützung der Arbeit des DRK. Mit großen Augen schaut sich Mohammed Alsaqa den Info-Brief an, auf dem die Arbeiten des DRK aufgelistet sind. "In Syrien gibt es den Roten Halbmond. Der hilft auch armen Menschen", weiß er aus seiner Heimat Homs. Die Reichen würden Kleidersäcke vollpacken und sie den Armen geben. Vor dem Krieg gab es nicht so viele Arme, sondern eher eine breite Mittelschicht. Durch den Krieg haben die Menschen in Syrien viel verloren, weshalb allgemein große Armut herrscht. "Gibt es in Deutschland viele arme Menschen?", wollen die beiden Helfer wissen und erfahren von einem DRK-Kameraden, dass es viel versteckte, aber auch offene Armut in Deutschland gebe. Der Standard sei jedoch ein anderer als in so manchem arabischen Land, haben die beiden Flüchtlinge festgestellt. Sie erklären, dass es in Syrien keine Sozialhilfe gibt. Wer arm ist, muss sich selbst durchkämpfen. Es gebe auch keine Kleiderkammern oder Tafeln, in denen man einkaufen kann. "Wenn jemand Kleidung braucht, dann kann er zu Organisationen wie dem Roten Halbmond gehen und sagen, dass er Kleidung braucht. Er wird dann beobachtet. Ist er wirklich arm, bekommt er Hilfe. Hat er die Organisation angelogen, bekommt er nichts", beschreibt Mazen Aledilbi die Situation vor dem Krieg. Momentan sei alles etwas anders, nichts entspreche in Syrien mehr den gewohnten Umständen. Schnell möchten sie die schlimmen Bilder vergessen und wechseln zum Briefkasten-Thema. "Ich finde es toll, dass in Deutschland jedes Haus einen Briefkasten hat. Das gibt es bei uns nicht", verwundern die beiden. "Wenn die Syrer Post bekommen, dann ruft das Postamt an und sagt, dass ein Brief oder ein Paket angekommen ist. Das muss man dann mit seinem Ausweis abholen." Der Briefkasten sei jedoch super, dann sei man flexibel. In Weitingen haben Mazen Aledilbi und Mohammed Alsaqa zusammen mit DRK-Kamerad Eduard Straub schon einmal die Flyer für das neue Jugendrotkreuz ausgetragen und kennen daher schon ein paar Straßen. Jedoch ist ihnen die ländliche Struktur nicht so bekannt, weshalb sie meinen: "Da sind so viele kleine Straßen, da kann man sich auch mal verlaufen", lachen die beiden und schauen auf ihren Plan. Und auch wenn sie von manchem Bürger merkwürdig angeschaut werden: "Wir wollen nur die Papiere verteilen und damit dem Roten Kreuz helfen, mehr nicht." 

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Alexandra Feinler


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