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„Wir sind früher mit der Sammelbüchse von Haus zu Haus und haben die Eutinger Bürger besucht”, erinnern sich die ehemaligen Mitglieder der DRK-Gruppe Eutingen. Auf 50 Jahre Dienst für den Nächsten blickt die Gruppe dieses Jahr zurück.

Mit Albin Schäffer hatte im Jahr 1962 alles begonnen, weiß der ehemalige Bereitschaftsleiter Heribert Platz. Als Gründungsmitglied kann er sich an die Geschichte noch genau erinnern. Zuerst gab es die DRK-Gruppe Weitingen 1958, es folgte die Rohrdorfer 1960 und schließlich hatten auch Eutingen eine Gruppe, die wie alle anderen jahrelang selbstständig war. Dieses Jahr erinnern sich die damaligen Rotkreuzkameraden, die noch bis vor einigen Jahren bei einigen Terminen geholfen haben, an die Geschichte. Dienst für den Nächsten stand bei den Gründungsmitgliedern August Wetzel, Gustav Müller, Paula Klink, Heribert Platz, Rita Woppert, Wilhelm Marquardt und Luise Widmeier unter Gruppenleiter Albin Schäffer an erster Stelle. Mit 26 aktiven und passiven Mitgliedern war der Grundstein gelegt. „Damals gab es noch keine offiziellen Kurse, so wie heute. Wir wurden von Rotkreuzkameraden aus Ergenzingen und Hochdorf ausgebildet”, erinnern sich die Gründungsmitglieder.

Moderne Schienen wie der Stifneck, ein Hals-Wirbel-Stabilisator, kannte man zu dieser Zeit noch nicht. Mit einfachem Verbandsmaterial lernten die jungen Rotkreuzler Erste Hilfe. Unterstützt wurden sie vom Bereitschaftsarzt Dr. Kurt Vögele, der die Eutinger DRKler fortbildete. Ihr Vereinsheim hatten die Aktiven zuerst im ehemaligen Schwesternhaus in Eutingen. Später wechselten sie zur „Gefriere” ins Gässle. Eine Zeit lang waren die DRKler in der ehemaligen Schule beim Alten Rathaus untergebracht. Ein festes Vereinsheim über eine längere Zeit hinweg hatten sie zu dieser Zeit noch nicht.

Anfangs gehörte die Gruppe zum Kreisverband Horb, denn damals gab es noch den Kreis Horb. Als dieser aufgelöst wurde, schlossen sich die DRK-Gruppen Eutingen, Weitingen und Rohrdorf zu einem Ortsverein zusammen. Am 19. April 1975 wurde die Gesamtbereitschaft in der Eutinger „Linde” unter der Regie des DRK-Kreisverbands Freudenstadts ins Leben gerufen. Damals zählte der Verein 192 Mitglieder. Die Ortsgruppen und somit die einzelnen Gruppenführer wurden bis ins Jahr 2004 beibehalten.

Nach Albin Schäffer leitete Wilhelm Marquardt die Eutinger DRKler an. Anschließend übernahm August Wetzel dieses Amt. Neben den Gruppenleitern gab es einen Gesamtbereitschaftsleiter, der die drei Gruppen vereinte und den frisch gegründeten Ortsverein nach außen präsentierte. Gustav Müller übernahm als Erster diese Funktion. 1978 wurde er von Alois Engelhard abgelöst und war von 1987 bis 1989 wieder im Amt.

Ob Altkleider- und die damit verbundene Haus- und Straßensammlung – die Mitglieder waren das ganze Jahr über aktiv. „Für Geselligkeit war auch immer viel Platz. Bei den Ausflügen sind wir oft bis spät in die Nacht zusammengesessen und haben den einen oder anderen Unsinn gemacht”, wissen die Gründungsmitglieder noch. Das Thema Ausbildung gewann eine immer wichtiger werdende Bedeutung. So bildeten sich die Führungskräfte bei Lehrgängen fort und gaben ihr Wissen an die Mitglieder weiter. Auch die Öffentlichkeit profitierte bei den Erste-Hilfe-Kursen von diesem Ausbildungsprozess. Zahlreiche Sanitäter-Kurse und so genannte „Erste-Hilfe-für den Führerschein” folgten.

Als das Feuerwehr-Gerätehaus in Eutingen gebaut wurde, packten einige Rotkreuzler mit an und erhielten einige Räume im Erdgeschoss des Gerätehauses, die sie bis heute behalten haben. Mit Gustav Müller erweiterte der Ortsverein auch seine Aufgaben: die jährlichen Blutspende-Termine kamen dazu. Auch die Feldküche, die im Landkreis Freudenstadt oft unterwegs war, etablierte sich. Ein Augenmerk legten die DRK-Mitglieder aber auch auf die Kommunikation mit der Bevölkerung. Deshalb luden sie die Senioren einmal jährlich zu einem besinnlichen Advents-Nachmittag ein. Im Rahmen dieses Nachmittags feiern die aktiven DRK-Mitglieder dieses Jahr ihr 50-Jähriges Bestehen mit geladenen Gäste und Senioren aus der Gemeinde in der Eutinger Turnhalle. Langjährige Mitglieder werden in diesem Zuge geehrt.

Zu ihnen gehört auch Gründungsmitglied Heribert Platz, der 1989 das Amt des Bereitschaftsleiters kommissarisch übernahm. Platz war jahrelang Stellvertreter von Bereitschaftsleiter Gustav Müller und trat 1990 in seine Fußstapfen. Ende der 1980er- Anfang 1990er-Jahre nahm er an zahlreichen Lehrgängen teil und erhielt die Ausbilder-Qualifikation – zuerst mit der Berechtigung Feuerwehrmänner in Sachen Erste Hilfe auszubilden und später auch „Erste Hilfe am Kind” zu vermitteln. Bis heute bringt der ehemalige Bereitschaftsleiter sein Wissen als Ausbilder in die Bereitschaft Eutingen ein. Seit Juni 2004 leitet sein Sohn Stefan Platz die 18-köpfige Bereitschaft.

Termine wie die Blutspende-Aktion oder die Altkleidersammlung gehören zum festen Jahresprogramm. Dazu gekommen sind Termine der zweiten Einsatzeinheit, bei denen die Eutinger Bereitschaft mit anderen DRK-Ortsvereinen zusammenarbeitet. Auch mit den örtlichen Feuerwehren werden jährliche Hauptübungen veranstaltet, denn Fortbildung spielt eine große Rolle.

Seit rund 16 Jahren engagieren sich einige Rotkreuz-Mitglieder im besonderen Maße: Sie rücken aus, wenn der digitale Meldeempfänger piepst und helfen Menschen in Not. Diese Helfer vor Ort sind in allen Orten der Gemeinde tätig. Im Jahr 1998 stellte DRK-Katastrophenschutz dem DRK-Ortsverein Eutingen einen Mannschaftstransportwagen, kurz MTW, zur Verfügung. Seit Juni 2004 haben die Eutinger ihren eigenen MTW, mit dem sie im Notfall ausrücken.

Im vergangenen Jahr 2011 leisteten die DRK-Mitglieder der Gesamtbereitschaft rund 3200 Stunden. Eine Zahl, die zeigt, wie voll der Terminkalender der Helfer übers Jahr hinweg ist. Doch Feierabend kennen die ehrenamtlichen Helfer nicht. Bei der kleinen Feierrunde wollen sie auf 50 erfolgreiche Jahre zurückblicken.

Bild oben:August Wetzel (von links), Luise Widmeier, Magdalena Akermann, Wilhelm Marquardt, Manfred Müller, Edeltraud Rakoczy, Rita Woppert, Mathilde Möhrle, Paula Klink, Heribert Platz und Gustav Müller
Bild und Text: Alexandra Feinler